Stellungnahme des ADFC Bergstraße zum Radverkehrskonzept

Liebe Rad-Freunde,

hiermit möchten wir die Stellungnahme unseres Vereinsvorstandes zum “Radverkehrskonzept für den Kreis Bergstraße” publizieren und gleichzeitig darum werben, dass ihr uns helft, entsprechenden politischen Druck auszuüben, damit sich die Bedingungen für den Radverkehr in unserer Region zügig verbessern.

Rad auf Straße
Rad auf Straße

Das Radverkehrskonzept für den Kreis Bergstraße Unser ADFC Bergstraße ist gefordert und muss am Ball bleiben!
Liebe Radlerinnen und Radler im Kreis Bergstraße,
das Wetter passt schon lange, und auch die Beschränkungen für die Bevölkerungen werden schrittweise immer mehr gelockert. Kurz, es lockt die Radler wieder mehr nach draußen. Und auch die Pendler mit dem Fahrrad sind vermehrt unterwegs.
Bei dieser Gelegenheit fallen sie wieder verstärkt auf: Mängel im Radwegenetz des Kreis Bergstraße. Schlechte Oberflächen, fehlende Lückenschlüsse, gefährliche Kreuzungen. Jeder, der regelmäßig mit dem Rad unterwegs ist, kann davon ein Lied singen.
Mit einem Radverkehrskonzept für den Kreis Bergstraße wollen Kreistag und Kreisverwaltung diese Probleme schrittweise abstellen. Für die Erstellung des Konzeptes wurde das Büro „Radverkehr-Konzept RV-K“ in Frankfurt beauftragt. Unter Leitung seines Chefs Paul Fremer, der bis vor kurzem noch im ADFC-Vorstand des Landes aktiv war, wurde eine sehr detaillierte Erfassung des Ist-Zustandes vorgenommen. Grundlage dafür waren zum einen eine interaktive Karte, auf der alle Interessierten ihre Anregungen eingeben konnten. Danach erfolgte eine umfangreiche Befahrung des Kreisgebietes mit dem Rad durch eine Mitarbeiterin des Büros.
Auf Basis der Ersterfassung wurde ein Konzept für ein Radwegenetz im Kreis entwickelt. Dabei wurde auch der ADFC aktiv eingebunden. Mit vielen Stellungnahmen aus den Ortsgruppen konnten wir einen konstruktiven Beitrag zur Konzeptentwicklung leisten.
Mit dem Entwurf des Konzeptes ging es dann in die Abstimmung mit den Kommunen. Diese war fast abgeschlossen, doch dann kam das Virus. Und damit war die weitere Konzeptentwicklung abrupt beendet.
Der nächste wichtige Schritt ist die Bürgerbeteiligung. Nachdem solche Veranstaltungen zumindest wieder vorstellbar geworden sind, wurden dafür bereits Termine festgelegt:
in Lorsch für den Kreis Bergstraße Ende August
in Lampertheim für das Ried Anfang September
in Wald-Michelbach für den Odenwald Mitte September
Genaueres hierzu, sobald Ort und Zeit genau festgelegt sind.
Es ist relativ sicher, dass zumindest das Konzept nach Corona zu einem Abschluss kommt. Welche Maßnahmen dann davon umgesetzt werden können, bleibt derzeit spekulativ. Auf der einen Seite gibt es viele Meldungen, dass gerade wegen Corona der Radverkehr einen kräftigen Schub bekommt, da sich Radfahren als „krisensichere“ Mobilität positionieren konnte. Auf der anderen Seite werden derzeit schwindelerregend hohe Geldbeträge benötigt, die Folgen der Krise abzufangen. Wieviel Geld am Ende für die Radinfrastruktur übrig bleibt, bleibt abzuwarten.
Das Konzept ist auch im ADFC nicht unumstritten. Vielen Aktiven gehen die vorgeschlagenen Maßnahmen nicht weit genug. So mancher von uns reklamierte Mangel hat keinen Weg ins Konzept gefunden. Hier können wir nur auf eine hoffentlich nicht allzu ferne Fortschreibung hoffen.
Der Hauptmangel des Konzeptes liegt jedoch in den nach wie vor chaotischen Zuständigkeiten für die Umsetzung. Das Konzept wurde zwar vom Kreis erstellt, doch für die Umsetzung und damit auch Finanzierung ist eine Gemengelage von Kreis, Land, Kommunen, Hessen-Mobil und Hessen-Forst zuständig.
Während es für Überlandstraßen eine klare Zuordnung in Baulastträger gibt, fehlt diese für Radstrecken völlig. Führt die Route über einen Feldweg, sind die jeweiligen Kommunen zuständig, auf deren Gemarkung der Weg liegt. Für Wege durch den Wald ist in der Regel Hessen-Forst zuständig und für Wege entlang einer Landesstraße müssen Hessen-Mobil und das Land ran. Das Interesse der jeweils Beteiligten an einer Umsetzung ist natürlich sehr unterschiedlich. An dieser Stelle sind wir als ADFC mit den Ortsgruppen gefordert, den politischen Druck in den jeweiligen Kommunen zu erhöhen. Und wir als ADFC Bergstraße sind beauftragt, mit den landeseigenen Baulastträgern Hessen-Mobil und Hessen-Forst im Gespräch zu bleiben, um die Umsetzung des Konzeptes zu beschleunigen.
Ansprechpartner für das Radkonzept beim ADFC Bergstraße sind Andreas Vondung (andreas.vondung‍(‌at‌)‍adfc-bergstrasse.de) und Wim Roukens (wim.roukens‍(‌at‌)‍gmx.de).
Sie freuen sich auf Anregungen und lokale Aktivitäten. Ganz besonders wünschenswert wären Aktive aus der Region Odenwald, der zwar im Konzept mit betrachtet wurde, aber leider im ADFC mit aktiven Mitgliedern derzeit nur sehr wenig repräsentiert ist. Und leider sind auch Frauen bislang in der Aktivengruppe stark unterrepräsentiert.
In diesem Sinne: bleibt alle gesund und engagiert euch – vor allem in eurer Kommune.
Euer
Friedhelm Höcker Vorsitzender
Andreas Vondung Vorstandsmitglied

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