Tourenbericht Saale-Unstrut-Ilm-Radtour (private Mehrtagestour)

Hier möchten wir mal eine private Mehrtages-Tour vorstellen. Abseits von den allseits bekannten und beliebten ADFC Qualitätsradrouten gibt es auch noch unbekannte Perlen für Radtouristen zu entdecken. Eine dieser Perlen ist die Saale-Unstrut-Ilm-Tour im Osten der Republik.

Diese Tour führt auf ca. 220 km durch Thüringen und teilweise Sachsen-Anhalt, entlang von Flussläufen, durch idyllische Natur, durch kleinere und mittlere Städte mit einigen Sehenswürdigkeiten. Diese Strecke hat mehrere Vorteile:
Sie kann, aufgrund des wenig anspruchsvollen Höhenprofils (insgesamt ca. 800 Hm), auch von „Biobikern“ (Radlern ohne Strom) bewältigt werden.
Es ist eine geschlossene Runde, sodass keinerlei Verkehrsmittel für die Rückfahrt eingeplant werden müssen.
Das Gebiet ist noch nicht so bekannt und dadurch weniger frequentiert als die üblichen Flusstouren.
Sowohl für den Naturfreund, als auch für Kulturinteressierte hat die Tour einiges zu bieten.
Anzeige der Strecke über gpxviewer

Folgende Etappeneinteilung können wir empfehlen:

1. Tag: (Weimar-Erfurt, 25 km)
Anreise nach Weimar. Nach Möglichkeit natürlich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Wer mit dem Auto anreist, kann dieses mehrere Tage kostenlos am Stadion parken (Navi: Herrmann-Brill-Platz).
Anschließend geht es auf eine kleine lockere Tour nach Erfurt (23 km), um dort zu übernachten. Zu besichtigen gibt es hier den Dom und die Krämerbrücke. Einen sehr guten Überblick über die Stadt hat man vom Petersberg und dem dortigen Panorama-Restaurant „Glashütte“ aus.
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Erfurter Dom

2. Tag (Erfurt-Sömmerda, 39 km)
Jetzt fahren wir, zuerst sehr schön an der Gera und danach die Unstrut entlang, nach Sömmerda. Die Entwicklung von einem Agrarort zu einer Industriestadt ist eng verbunden mit dem Namen Johann Nikolaus Dreyse dem Erfinder des Zündnadelgewehres. Ein Museum in seinem ehemaligen Wohnhaus (Weißenseer Straße 15) gibt Auskunft darüber, welche wirtschaftliche Bedeutung diese Erfindung für Sömmerda hatte.
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Stadtparkbrücke Sömmerda

3. Tag (Sömmerda-Nebra, 64 km)
An diesem Tag fahren wir der Unstrut nach, durch Roßleben und Artern nach Nebra. 4 km vor dem Tagesziel kommt man an dem Ort Wangen vorbei. Hier in der Nähe wurde die berühmte „Himmelsscheibe von Nebra“ gefunden, eine fast 4000 Jahre alte Bronzeplatte mit Goldapplikationen. Dieses ist die älteste bekannte Himmelsdarstellung. Es ist aber nicht nur einfach ein Schmuckteller, sondern eine Merkhilfe für die Ermittlung der Schaltmonate, um das Sonnenjahr und das Mondjahr zu synchronisieren. Wie das vonstattengeht, kann man in der „Arche Nebra“ im Ortsteil Kleinwangen bei einer sehr anschaulichen Multimediashow im dortigen Planetarium erfahren. Wenn es schon zu spät für einen Besuch ist, kann man diesen auch auf den nächsten Tag verschieben. Da die Folgeetappe recht kurz ist, ist es eine gute Idee, diesen Abstecher von Nebra aus (5 km hin und 5 zurück) vor der Weiterfahrt zu machen. Aber auf keinen Fall auslassen!
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Arche Nebra und Himmelsscheibe

4. Tag (Nebra-Naumburg, 38 km)
Wir fahren weiter die Unstrut entlang durch Laucha und Freyburg. Auf der Strecke gab es viele Straußenwirtschaften, die, teilweise mit Livemusik, immer zu einer Rast einladen. Kurz nachdem die Unstrut in die Saale fließt, erreichen wir Naumburg. Hier gilt es unbedingt den Naumburger Dom zu besuchen. Dort findet ihr auch die Uta, die jeder Kreuzworträtsel-Löser als „Stiftungsfigur des Naumburger Doms“ kennt und die als „schönste Frau des Mittelalters“ bezeichnet wird.
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Naumburger Dom und Uta von Ballenstedt

5. Tag (Naumburg-Weimar, 55 km)
Diese letzte Etappe ist etwas anspruchsvoller, da einige Höhenmeter zu bewältigen sind. Wir folgen der Saale durch Bad Kösen (sehr sehenswert) und anschließend der Ilm durch Bad Sulza und Apolda (Glockenmuseum besichtigen) nach Weimar. Es ist eine gute Idee, in Weimar noch einmal eine Übernachtung einzulegen. So hat man Gelegenheit, wenigstens einige der kulturellen Sehenswürdigkeiten, vor allem die Spuren von Schiller und Goethe, zu besichtigen.
Als kleinen Abschluss-Gag kann man noch einen Besuch der „Schaukelbrücke“ einplanen. Sie verbindet die Belvedere Allee in Weimar unweit der Falkenburg mit dem Park an der Ilm. Es ist eine Kettenbrücke, die beim forschen Betreten in Schwingungen gerät. Nicht abenteuerlich, aber lustig.
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Schaukelbrücke in Weimar

Wir wünschen viel Spaß, interessante Entdeckungen und schöne Erlebnisse bei dieser herrlichen Rundtour.

Manfred Zahn
manfred.Zahn‍(‌at‌)‍adfc-bergstrasse.de

Bild__Download der Strecke (GPX-Format)

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